Chronik - Athenae Gottingenses

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Chronik

Geschichte

Unser Gründer:
Rt. Gerecht in allen Stylen
Sasse der Chasalla (51)
16.09.1858 - 11.11.1948

Unser 1. Ehrenritter ab a.U. 64
Rt. Struwelpeter der Bekehrte
Sasse d.h.R. Hannovera (20)

Der offizielle Teil – lt Chronik Allschlaraffia Band II bis IV:

Chronik Allschlaraffia Bd. II

Die Schlaraffia Athenae Gottingenses verdankt ihre Entstehung einer Zeitungsannonce, die der Chasallaritter Gerecht in allen Stylen (Karl Jaentsch) unter Assistenz des Ritters der h. Meinungia und Gründers der h. Oldenburgia Erdgeist des Schaffenden in zwei Göttinger Blättern aufgab mit dem erstaunlichen Erfolge, daß sich am 2. 2. a.U. 64 (1923) neun „Interessenten“, prominente Herren aller Berufe, im Hotel zur Krone einfanden. Dieses Gremium beschloß sofort die Gründung eines schlaraffischen Feldlagers. Mit Glück! Das Reych Chasalla übernahm die Mutterstelle (keine Tochter konnte liebevoller betreut werden!) und die h. Allmutter Praga erhob keine Einwendungen. Erzschlaraffen des neu entstehenden Reyches waren außer den beiden genannten und einem guten halben Dutzend, das schon nach wenigen Wochen wieder ausschied:


R. Fallstaff der Hoffnungsvolle (Otto Lindemann),
R. Justinian der Kleber (Friedrich Jacobi),
R. Püterich mit dem Schatten (Erich Hohl).
R. Schweigsam der Seelenpflanzer (Justus Hoppe),
R. Singulf der Umgarnte (Wilhelm Egenolf),
R. Suso der Markomanne (Heinrich Susebach),
R. Wolfram im nordischen Helldunkel (Dr. Bruno Crome),
R. Takt der Schwierige (Heinz Schwier),
R. Ekkehard vom springenden Quell (Moritz Jahn),
R. Primas der Amatischinder (Max Feind)
R. Blombastus der Bohrwurm (Dr. Albert Kahle).


Bei der Gründungsfeier der Colonie am 24. des Eismonds a.U. 66 (1925) saßen auf dem Throne die Oberschlaraffen Gerecht, Wolfram und Guddo. Ihnen vor allen hat das Reych den Geist zu verdanken, der es bis heute beseelt. Gerecht war 24 Jahre der Nestor, ein guter, kluger Berater und ein zuverlässiger Freund. Am 11. des Hornungs a. U. 90 (1949) ritt er - neunzigjährig - in Ahalla ein. Sein Amtsbruder Wolfram war mehr noch als der Mann des „nordischen Helldunkels“, d. h. des deutschen Altertums und der germanischen Mythologie; wenn er mit seinem dunklen Backenbarte, den Göttinger Flügelhelm auf dem Haupte, den er selbst entworfen, leuchtenden Auges vom Throne herab Geistesblitze schleuderte, sah er aus wie Wotan selbst. Er hatte ein umfassendes Wissen, war redegewandt und schlagfertig, vor allem aber: er ging in die Tiefe, überall, auch im Humor. Ein Schlaraffenbruder, der sein Gelöbnis abgelegt hatte, war für ihn ein neuer Mensch, ein „Geweihter“ mit unabdingbaren Verpflichtungen zur Freundschaft und Bruderliebe. Er ritt völlig unerwartet, in den Anblick eines Bildes flammender Sonnenblumen versunken, in Ahalla ein. Guddo, ein grundgütiger Mann von vornehmster Gesinnung, Heimatforscher und Historiograph der Stadt Göttingen, war ihm wesensverwandt. Er hielt als fungierender Oberschlaraffe wie Wolfram unter allen Umständen auf Sauberkeit und Niveau. Nach schwerer Bresthaftigkeit fuhr ihn Uhus stiller Fährmann als ein Erlösender hinüber nach den Ufern des Friedens.
Das Burgproblem machte der jungen Colonie und später dem Reyche manche Sorgen. Man sippte in den verschiedensten Lokalen, bis es gelang, in der „Kaffeemühle" ein leidliches Unterkommen zu finden. Von da siedelte das Reych in den Erweiterungsbau des „Schwarzen Bären" um, den es allerdings mitfinanzieren mußte, in seine Bärenburg. Vier Jahre lebte es dort in Glück und Frieden und nahm zu an Weisheit und Stärke. Dann aber kam der verhängnisvolle politische Umschwung, und die maßgebenden Eigentümer des Lokals setzten ihre Mieter und Miteigentümer wider Recht und Gesetz als logenähnliches. wenn auch noch eben geduldetes, auf alle Fälle aber anderen Gästen unzumutbares Gebilde vor die Tür. Wieder ging das Reych auf Wanderung von Lokal zu Lokal, zuletzt in die Heimburgen und löste sich, „par ordre de Mufti“ im Hornung a.U. 78 (1937) auf.
Im Herbst a. U. 86 (1945) erfolgte die Neugründung. Das Reych sippte im Kneipsaal des Alemannenhauses und würde wohl noch heute in dieser Burg sippen, wären nicht die alten Eigentümer wieder in ihre Rechte eingesetzt worden. Es folgte ein Intermezzo in der alten Bärenburg, die inzwischen aber zu klein geworden war, - und dann schüttete der Uhu das Füllhorn seiner Gnaden auf einmal über das Reych aus. Verhandlungen mit der Loge „Augusta zum Goldenen Zirkel“ führten zu einem glücklichen Abschluß. „Augusta“ nahm „Uhu“ im Spätherbst a.U. 95 (1954) in ihr neuentstandenes Heim (Obere Karspüle 47) auf, wo das Reych seither in erquicklicher Symbiose mit Menschen lebt, die ihm wesensverwandt sind und denen das Humane eine Herzensangelegenheit ist.
Erwähnt sei noch zur besonderen Freude des Historiographen, daß dem Reych am 20. 10. a.U. 90 (1949) eine liebwerte und in jeder Hinsicht wohlgedeihende Tochter, das h. Reych "Am Eschenwege" (312) beschert wurde.
(Nachtrag: Zwangsauflösung am 24.2.1937 / Neugründung am 10.10.1945)

Chronik Allschlaraffia, Bd. III


Die Jahrungen im Logenhaus in der oberen Karspüle sahen das Reych in einer ungeahnten Blüte. Alle in der uhufinsteren Zeit im Verborgenen ruhenden schlaraffischen und der Schlaraffia verwandten Kräfte drängten zur Entfaltung.
Mit dem 40. Stiftungsfest a.U. 105 ging dieser Zeitabschnitt durch den Verlust der Burg zu Ende. Nach einem Zwischenspiel im „Groner Hof“ konnte aber doch recht bald am 14. 12. a.U. 107 eine neue Burg in der Langen Geismarstraße 75 gemietet werden. Sie entstand durch die mühevolle eigene Arbeit der Sassen aus einem ehemaligen Fabrikationssaal eines unter Denkmalschutz stehenden alten Fabrikgebäudes und wurde nun das Gehäuse für die mit der Zeit einsetzenden Wandlungen.
a.U. 113 wurde die Regismontana-Gedächtnissippung ins Leben gerufen und seither mit großer Begeisterung in jeder zweiten Winterung begangen. Die Sippungen auf der Burg Ludwigstein an der Werra dienen weiterhin der engen Verbindung zu den Sassen in der Uhufinsternis und bleiben Brücke zum Wiederanfang nach der uhufinsteren Zeit. Die Athenae Gottingenses, ein Reych etwas abseits der schlaraffischen Heerstraßen, bleibt trotz aller Veränderungen diesem prägenden Zeitabschnitt verpflichtet.

Chronik Allschlaraffia, Bd. IV

Wie in der letzten Chronik berichtet, bezog die Athenae a.U. 107 eine neue Burg. Diese musste - 136 aus monetären Gründen aufgegeben werden und wir fanden Unterschlupf im Braustübchen Göttinger Brauerei. Leider war nach 10 Jahren abzusehen, daß das Gebäude abgerissen werden würde und so wurde eine neue Burg gesucht. Auf dem Gelände der Saline Luisenhall wurde ein entsprechendes Gebäude gefunden und in Eigenleistung aller Sassen eine wunderbare Burg eingerichtet, die am 4.10. a.U. 147 feierlich geweiht wurde. Ein langfristiger Mietvertrag mit dem Hausherrn, Rt. Salinus, sichert nun diese Heimstätte.
Vom Sippungsgeschehen der Berichtsperiode sind besonders das 75. Stiftungsfest und die Reychsfehde Chasalla gegen Am Eschenwege hervor zu heben. Das Stiftungsfest fand am 4.12. a.U. 140
* im feierlichen Rahmen mit ca. 250 Teilnehmern im Hotel Freizeit In statt.
Ein Abend mit Grußwort des ASR und ausgewählten Fechsungen ging in die Annalen des Reyches ein. Als Gastgeber für die erwähnte Reychsfehde richteten wir die Walstatt auf Burg Ludwigstein, die das h.R. Chasalla als Erster verließ. Auch ist von einer Junkertafelfehde zu berichten, die gegen Junkertafel des h. R. Ob der Hamel gefochten wurde. In der hohen Hildesia reichte es trotz kräftiger Hiebe nur zu einem zweiten Platz.
Zwei Sippungen sind in der Zwischenzeit zu richtigen Traditionssippungen der Athenae geworden.
Zum Einen die jährlich im Windmond stattfindende Freundschaftssippung auf der Jugendburg Burg Ludwigstein. Hoch über dem Werratal gelegen, bietet sie eine wunderbare Kulisse für unser Spiel. Besonders der Einritt bei nahender Dämmerung im Schein einer Fackelgasse und das bunte Bild der vielfarbigen Rüstungen sucht seinesgleichen im Uhuversum. Ging früher der Blick von den Zinnen zu den Freunden, die im Verborgenen sippten, so freuen wir uns nun über die offenen Reitwege zu den Reychen in Thüringen. Ein Jubiläum wird im Windmond a.U. 149 mit der 50. Freundschaftssippung zelebriert.
Die zweite regelmäßige Sippung ist alle zwei Jahre die Regismontana-Gedächtnissippung. Diese ist besonders dem erloschenen Reych Regismontana (46), Königsberg, aber auch allen Freunden aus Ostpreußen gewidmet.
Zwei Ritter sollen stellvertretend für viele Sassen, die sich um das Reych verdient gemacht haben, hier Erwähnung finden. Rt Dichtelflink war ein brillanter Fechser. Er nahm siegreich an unzähligenTurnieren teil und wurde mehrfach als Faustritter, Funke- und Florestanritter ausgezeichnet.
Rt Dendrophilos hinter dem Berge lenkte über 25 Jahre als Oberschlaraffe mit weiser Hand die Geschicke des Reyches ehe er im 77. Lebensjahr gen Ahalla ritt.
Als Auszeichnung wurde die etwas in Vergessenheit geratene Tradition der "Ritter vom Hainbund
" wieder belebt. Zu Rittern vom Hainbund werden Sassen gekürt, die mit der Athenae Gottingenses besonders verbunden sind. Auch eine Anzahl von Ehrenhelmen konnte an Freunde, die regelmäßig zu den Sippungen in die Athenae kommen und mit ihren Fechsungen die Abende bereichern. verliehen werden. Besonders die enge und herzliche Verbindung zu Mutter Chasalla (51) und Tochter Am Eschenwege (312) muss erwähnt werden. Viele Einritte zeigen von der freundschaftlichen Beziehung.
Nun nehmen langsam jüngere Sassen Würden und Ämter ein, um so eine möglichst harmonische Kontinuität in unserem schönen Reyches zu gewährleisten.
*Die offizielle Chronik vermerkt hier fälschlicherweise 136 !

 
 
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